⚠️ Kurzer Hinweis: „The Jasad Heir“ behandelt schwere Themen wie Genozid an einer ganzen Bevölkerung, Verlust beider Eltern und der Geschwister im Kindesalter, Gewalt, politische Verfolgung, Folter-Andeutungen im Rahmen des Champion-Turniers und langjähriges Trauma. Wer mit diesen Themen empfindlich umgeht, sollte das beim Lesen im Hinterkopf behalten.
Ägyptisch inspirierte Fantasy, Slow-Burn-Enemies-to-Lovers, eine versteckte Thronerbin und ein tödliches Champion-Turnier. Auf dem Papier klingt Sara Hashems „The Jasad Heir“ wie genau das, was ich liebe. Doch ich habe das Buch nach der Hälfte abgebrochen. Eine ehrliche 2-Sterne-Rezension darüber, warum ich nicht reingekommen bin – und warum es trotzdem für viele andere Leser:innen perfekt sein könnte.
📖 Buchdaten
| Titel: | The Jasad Heir – Aus der Asche erhebt sich die Königin |
| Autorin: | Sara Hashem (amerikanisch-ägyptische Autorin aus Kalifornien) |
| Übersetzung: | Michaela Link |
| Originaltitel: | The Jasad Heir (englisches Original, Sunday Times Bestseller) |
| Genre: | High Fantasy / Romantasy / Enemies-to-Lovers Fantasy / Slow Burn |
| Reihe: | The Jasad Heir, Band 1 (Dilogie) |
| Verlag: | Piper Verlag |
| Erschienen: | 27. Februar 2025 (deutsche Erstausgabe) |
| Seitenzahl: | 560 Seiten |
| Einband: | Hardcover mit limitiertem Farbschnitt (1. Auflage) |
| Preis: | 24,00 € (Hardcover), eBook ebenfalls verfügbar |
| ISBN: | 978-3-492-70951-4 |
| Für Fans von: | Fourth Wing, The Jasmine Throne, A Court of Thorns and Roses |
⭐⭐☆☆☆
2 von 5 Sternen
Für mich nicht der richtige Match – nach der Hälfte abgebrochen. Subjektives Urteil. Für andere Leser:innen kann das Buch trotzdem ein Highlight sein.
Worum geht’s?
Mit zehn Jahren überlebt Sylvia ein brutales Massaker, das ihre gesamte Familie auslöscht. Sie ist die letzte Thronerbin von Jasad – einem Reich der Magier, dessen Bewohner:innen niedergemetzelt und dessen Heimat niedergebrannt wurde. Die feindliche Macht Nizahl hat Magie in allen vier verbliebenen Königreichen verboten und alle Jasadis verfolgt. Seitdem lebt Sylvia unter falscher Identität, immer auf der Flucht, immer in Angst, entdeckt zu werden. Mit fünfzehn begräbt sie ihre erste Leiche. Mit zwanzig läuft die Uhr bei ihrem dritten Versuch, irgendwo eine Heimat zu finden.
Dann verfolgt der Thronerbe von Nizahl, Arin, eine Gruppe Jasadis bis in Sylvias Dorf. Berechnend, kalt, taktisch brillant – und mit absolutem Hass auf Magie. Als ein Fehler Sylvias Kräfte aufdeckt, macht Arin ihr ein Angebot: Sie tritt als Nizahls Champion im Alcalah-Turnier an und gewinnt Immunität vor Verfolgung. Im Gegenzug nutzt Arin sie als Köder, um die anderen Jasadis zu jagen, die er sucht. Sylvia hat keine Wahl. Zwischen ihr und ihrem Erzfeind entsteht eine Slow-Burn-Spannung, die zwischen Hass und einer ganz anderen Anziehung schwankt. Eine Geschichte über verlorene Identität, politische Verfolgung und das, was ein Mensch tut, wenn er nichts mehr zu verlieren hat – außer sich selbst.
Meine Meinung
Warum ich abgebrochen habe – ein subjektives Urteil
Direkt vorweg: Das ist ein zutiefst subjektives Urteil. „The Jasad Heir“ ist objektiv ein hoch gelobtes, in vielen Buchblogs gefeiertes Fantasy-Debüt mit Sunday-Times-Bestseller-Status. Internationale Stimmen jubeln, deutsche Leser:innen schwärmen, der ägyptisch-inspirierte Worldbuilding-Aspekt findet viel Beachtung. Wenn dieses Buch also bei vielen anderen Leser:innen so gut ankommt – warum bin ich nicht reingekommen?
Die ehrliche Antwort: Ich kann es nicht ganz festmachen. Es war kein einzelner objektiver Fehler, der mich vertrieben hat, sondern eine Reihe kleiner Reibungen, die in der Summe dazu geführt haben, dass mein Lesefluss immer wieder ins Stocken geriet. Nach der Hälfte habe ich das Buch zur Seite gelegt – etwas, was ich nur sehr selten mache. Genau diese Ehrlichkeit ist mir aber wichtig: Nicht jedes Buch ist für jede Leserin der richtige Match. „The Jasad Heir“ war für mich keiner – aber das macht es nicht zu einem schlechten Buch.
Sylvia/Essiya – die ich gerne länger begleitet hätte
Was mir wirklich gefallen hat: Sylvia/Essiya als Hauptfigur. Sie ist mehr als die typische „verlorene Thronerbin“, die ihre Bestimmung sucht. Sie ist gebrochen, voller Trauma, misstrauisch gegen alles und jeden. Sara Hashem zeichnet sie mit einer Härte und Dunkelheit, die ich in vielen Romantasy-Romanen vermisse. Sylvia ist keine glatte Heldin, sondern eine Überlebende eines Genozids – und das spürt man.
Wäre der Plot um sie herum für mich besser funktioniert, hätte ich sie gerne länger begleitet. Die ersten Kapitel mit ihr – das Versteckspiel im fremden Königreich, das ständige Angstgefühl, die Erinnerungen an die Massaker-Nacht – sind tatsächlich stark erzählt. Ihre Charaktertiefe ist das eigentliche Highlight des Buches und das einzige, was mich überhaupt so lange durchgehalten hat. Hätte ich Sylvias Geschichte in einem strafferen, fokussierteren Roman erleben können, hätte sie zu einer meiner Lieblingsfiguren werden können.
Das Tempo war für mich zu schleppend
Hier liegt vermutlich mein größtes Problem mit dem Buch: das Tempo. Ich bin keine Leserin, die unbedingt Action auf jeder Seite braucht – ich liebe atmosphärisch dichte Fantasy. Aber bei „The Jasad Heir“ hatte ich das Gefühl, dass sich vieles im Kreis dreht. Lange Passagen mit politischen Hintergründen, viele Erklärungen, die ich als verlangsamend empfand statt als bereichernd.
560 Seiten sind grundsätzlich nicht zu lang für High Fantasy – Bücher wie „Throne of Glass“ oder „A Court of Thorns and Roses“ sind ähnlich umfangreich und haben mich gepackt. Bei Sara Hashem hatte ich aber das Gefühl, dass die Geschichte locker auf 400 Seiten gepasst hätte, ohne etwas Wesentliches zu verlieren. Manche andere Leser:innen haben diese Kritik auch geäußert. Bei mir hat es leider dazu geführt, dass ich abgebrochen habe.
Das Worldbuilding – stark, aber fordernd
Was ich anerkennend sagen muss: Sara Hashem hat ein ehrgeiziges, durchdachtes Worldbuilding geschaffen. Vier verbliebene Königreiche, ein zerstörtes fünftes (Jasad), komplexe politische Beziehungen, eine ägyptisch-inspirierte Magie-Welt. Das ist nicht halbherzig dahin geschrieben, sondern wirklich konstruiert. Wer Worldbuilding liebt, das mehr ist als ein paar atmosphärische Beschreibungen, findet hier echte Substanz.
Genau das war aber auch ein Problem für mich. Die Komplexität des Worldbuildings forderte volle Konzentration – Namen, Königreiche, politische Allianzen, magische Hierarchien, historische Hintergründe. Mehrfach habe ich Seiten zurückgeblättert, um Verbindungen nachzuvollziehen. Das ist kein Mangel des Buches, sondern eine Erwartung: „The Jasad Heir“ ist keine Lektüre für Nebenbei-Leser:innen. Wer das nicht weiß und nicht die Energie mitbringt, kann verzweifeln. Ich gehöre zu Letzteren – ich hatte gerade nicht den mentalen Bandbreite, um mich in diese Komplexität hineinzudenken.
Die Romance – kam für mich zu langsam
Was viele Leser:innen besonders feiern: die Enemies-to-Lovers-Dynamik zwischen Sylvia und Arin. „Slow Burn at its best“, schreiben andere Buchblogs. Ich kann nachvollziehen, warum – die beiden sind tatsächlich Todfeinde, eine sofortige Anziehung wäre unglaubwürdig. Sara Hashem nimmt sich Zeit. Aber für mich war diese Slow-Burn-Strategie in Kombination mit dem ohnehin schon ruhigen Tempo zu viel.
Ich habe bis zur Mitte des Buches kaum echtes Knistern gespürt. Die Schlagabtausche zwischen Sylvia und Arin sind wirklich gut geschrieben – scharfsinnig, voller Spannung. Aber die romantische Spannung blieb mir zu unterschwellig, zu wenig spürbar. Wer ein Slow Burn liebt, das wirklich SLOW ist, wird hier glücklich. Wer schon nach 280 Seiten gerne ein bisschen mehr Knistern hat, könnte mit mir die Geduld verlieren. Das ist Geschmacksache und kein objektiver Fehler.
Was ich nicht beurteilen kann
Wichtig zu sagen: Da ich nach der Hälfte abgebrochen habe, kann ich nichts über die zweite Hälfte sagen. Andere Leser:innen berichten, dass das Buch in der zweiten Hälfte deutlich an Fahrt aufnimmt, dass die Beziehung zwischen Sylvia und Arin sich intensiviert, dass mehrere überraschende Wendungen kommen. Vielleicht hätte sich mein Eindruck umgekehrt, wäre ich dabeigeblieben. Das ist das Risiko jeder Abbruch-Entscheidung.
Aber das ist genau die Information, die ich dir als Leser:in geben möchte: Wenn du eingestiegen bist und nach 280 Seiten zweifelst – andere Leser:innen sagen, es lohnt sich, dabeizubleiben. Wenn du wie ich nach der Hälfte abbrichst, wird es sicher Stimmen geben, die sagen: „Hättest du nur weitergelesen!“ Die Möglichkeit habe ich nicht ausgeschlossen, aber ich habe sie für mich nicht genommen. Diese Ehrlichkeit ist mir wichtiger als ein erzwungenes „Durchlesen, um eine vollständige Rezension zu haben“.
Wann passt das Buch trotzdem für dich?
Trotz meiner persönlichen Schwierigkeiten mit dem Buch will ich klar sagen: Es kann für viele Leser:innen genau das Richtige sein. Wer ehrlich auf episches High Fantasy mit komplexem Worldbuilding steht, ist hier gut bedient. Wer Slow Burn liebt, der wirklich langsam ist, findet hier Romance-Spannung, die langsam wächst.
Wer Lust auf ägyptisch-inspirierte Fantasy hat – ein Setting, das selten genug ist – sollte das Buch unbedingt versuchen. Sara Hashem hat als amerikanisch-ägyptische Autorin authentische Wurzeln in dieser kulturellen Tradition, und das spürt man. Diversität in der Fantasy ist wertvoll, und „The Jasad Heir“ leistet hier einen wichtigen Beitrag. Wer „A Court of Thorns and Roses“, „Fourth Wing“ oder „The Jasmine Throne“ geliebt hat und nach einer ähnlichen, aber kulturell anders gefärbten Fantasy sucht, wird hier vermutlich glücklicher als ich.
Was ich gelernt habe
Eine Lektion aus diesem Erlebnis: Manchmal stimmt das Match zwischen Leserin und Buch einfach nicht – auch wenn alle Indikatoren positiv sind. Ich liebe Fantasy, ich liebe Enemies-to-Lovers, ich finde ägyptisch-inspirierte Settings spannend. Trotzdem hat es nicht funktioniert. Vielleicht war es das Tempo, vielleicht meine eigene Verfassung beim Lesen, vielleicht beides.
Diese Erfahrung erinnert mich daran, wie subjektiv Lese-Erlebnisse sind. Bewertungen können nur ein Hinweis sein, kein Urteil. Was bei mir zur 2-Sterne-Abbruch-Lektüre wird, kann bei dir zum 5-Sterne-Highlight werden. Genau dieses Wagnis macht das Lesen so reizvoll. Ich werde Sara Hashem als Autorin im Auge behalten – ihre Stimme ist erkennbar und originell. Vielleicht ist „The Jasad Heir“ einfach nicht mein Einstieg in ihr Werk gewesen. Vielleicht versuche ich es zu einem späteren Zeitpunkt nochmal mit mehr Geduld.
✅ Was mir gefallen hat
- Sylvia/Essiya als starke, dunkle Hauptfigur
- Ehrgeiziges, komplexes Worldbuilding
- Ägyptisch-inspiriertes Setting
- Authentische kulturelle Wurzeln der Autorin
- Wirklich scharfsinnige Dialoge
- Wunderschöne Aufmachung mit Farbschnitt
❌ Warum es bei mir nicht funktioniert hat
- Tempo war für mich zu schleppend
- Romance-Knistern blieb mir zu unterschwellig
- Worldbuilding fordert volle Konzentration
- 560 Seiten hätten gestrafft werden können
- Ich habe nach der Hälfte abgebrochen
Mein Fazit
„The Jasad Heir“ von Sara Hashem ist ein objektiv hochwertiges Fantasy-Debüt, das international große Anerkennung gefunden hat. Komplexes Worldbuilding, eine starke Hauptfigur, ägyptisch-inspiriertes Setting und ein ehrgeiziger Plot. Für mich persönlich hat es trotz dieser Qualitäten nicht funktioniert – das Tempo war zu schleppend, das Romance-Knistern für meinen Geschmack zu unterschwellig, die Komplexität verlangte mehr Konzentration, als ich gerade aufbringen konnte. Nach der Hälfte habe ich abgebrochen.
Ehrliche 2 Sterne – mit dem klaren Hinweis, dass das ein subjektives Urteil ist. „The Jasad Heir“ hat eine treue Fangemeinde und kann für dich genau das richtige Buch sein, auch wenn es für mich nicht funktioniert hat. Wer Lust hat, sich auf episches Slow-Burn-Fantasy mit komplexem Worldbuilding einzulassen, sollte sich vom 2-Sterne-Urteil nicht abschrecken lassen. Wer wie ich aktuell eher schnellere, kompaktere Lektüre bevorzugt, sollte vielleicht zu einem anderen Buch greifen. Manchmal stimmt das Match einfach nicht – das ist die Wahrheit über das Lesen.
Für wen ist das Buch geeignet?
Für Fans epischer High Fantasy – Sarah J. Maas, Tasha Suri, Rebecca Yarros („Fourth Wing“), Tamsyn Muir. Für alle, die Slow Burn lieben und Geduld für 560 Seiten Worldbuilding mitbringen. Für Leser:innen, die ägyptisch-inspirierte Settings schätzen und Lust auf eine kulturell originelle Fantasy haben. Auch perfekt für Sammler:innen wegen der wunderschönen Erstauflage mit Farbschnitt. Wer bereit ist, sich in eine komplexe Welt einzulesen, bekommt hier ein durchdachtes Debüt.
Eher nicht geeignet für:
Leser:innen wie mich, die aktuell eher schnelle, kompakte Lektüre bevorzugen. Auch nichts für dich, wenn du Romance gerne früh-knisternd magst und keine Lust auf 280 Seiten reine Spannungsentwicklung hast. Wer bei komplexem Worldbuilding mit vielen Namen und politischen Hintergründen schnell den Faden verliert, sollte ebenfalls vorgewarnt sein. Wer aktuell mentale Bandbreite für ein forderndes Fantasy-Werk nicht aufbringen kann, sollte zu zugänglicherem Material greifen.
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