Was, wenn dein Vater ein Serienmörder ist – und du sein Erbe in dir trägst? Freida McFadden liefert mit „The Locked Door“ einen Psychothriller, der mich nachts wachgehalten hat. Bestes Buch von ihr, das ich bisher gelesen habe.
📖 Buchdaten
| Titel: | The Locked Door |
| Autorin: | Freida McFadden |
| Sprache: | Englisch (deutsche Ausgabe bisher nicht erschienen) |
| Genre: | Psychothriller / Suspense |
| Reihe: | Einzelband |
| Verlag: | Poisoned Pen Press / Sourcebooks |
| Erschienen: | Juni 2021 (Erstausgabe), Dezember 2023 (Sourcebooks-Edition) |
| Seitenzahl: | 320 Seiten |
| Einband: | Taschenbuch |
| ISBN: | 978-1-4642-2135-4 |
⭐⭐⭐⭐⭐
5 von 5 Sternen
Mein bisheriges McFadden-Highlight – düster, smart und mit einem Twist, den ich nicht kommen sah.
Worum geht’s?
Als Nora elf Jahre alt war, klopfte die Polizei an die Tür ihres Elternhauses. Im Keller fanden sie die Leichen, die ihr Vater dort über Jahre hinweg versteckt hatte – Aaron Nierling, „The Handyman“, einer der berüchtigtsten Serienmörder seiner Zeit. Heute sitzt er hinter Gittern. Lebenslang.
Über zwanzig Jahre später lebt Nora unter neuem Namen als erfolgreiche Chirurgin. Niemand kennt ihre Vergangenheit. Bis eine ihrer Patientinnen ermordet aufgefunden wird – auf exakt dieselbe Weise, wie ihr Vater seine Opfer getötet hat. Jemand weiß, wer sie ist. Und jemand will, dass sie für diesen Mord bezahlt.
Meine Meinung
Schreibstil & Sprache
McFadden bleibt sich treu: kurze Kapitel, klare Sprache, kein Wort zu viel. Wer schon „The Housemaid“ oder „The Inmate“ gelesen hat, kennt diesen Sound – und genau das ist der Punkt. Du planst „nur noch ein Kapitel“ und liest plötzlich bis drei Uhr morgens.
Die englische Originalausgabe lässt sich auch mit B2-Niveau gut lesen. McFadden schreibt bewusst zugänglich, kein literarisches Englisch, keine komplizierten Konstruktionen. Wenn du also überlegst, dein erstes Buch auf Englisch zu lesen – das hier wäre ein perfekter Einstieg.
„Some doors are locked for a reason.“
Figuren
Nora ist eine der besten Hauptfiguren, die McFadden je geschrieben hat. Sie ist erfolgreich, unabhängig, nach außen perfekt – und innerlich zerfressen von der Frage, ob sie den Schatten ihres Vaters in sich trägt. Diese ständige Selbstbeobachtung, dieses Misstrauen gegen die eigenen Gedanken, macht sie zu einer faszinierenden, „delightfully unreliable“ Erzählerin.
Auch die Nebenfiguren – allen voran Bradley und die Rückblenden in Noras Kindheit – sind clever angelegt. Jede Szene fühlt sich an, als würde sie etwas verbergen. Genau dieses Gefühl trägt das Buch von der ersten bis zur letzten Seite.
Spannung & Pacing
Hier liefert das Buch absolut. Der Wechsel zwischen Noras Gegenwart als Chirurgin und den Rückblenden in ihre Kindheit funktioniert hervorragend – jede Rückblende beantwortet eine Frage und wirft drei neue auf. Cliffhanger sitzen, das Tempo bleibt konstant hoch, und die Atmosphäre wird mit jeder Seite beklemmender.
Was mich besonders begeistert hat: Im Gegensatz zu manchen anderen McFadden-Büchern, bei denen der Mittelteil etwas durchhängt, bleibt „The Locked Door“ durchgehend gut. 320 Seiten, die sich anfühlen wie 200.
Twist & Auflösung
Genau hier glänzt das Buch für mich. Ich rate beim Lesen gerne mit – und bei „The Locked Door“ hat McFadden mich richtig erwischt. Die Auflösung ist nicht nur überraschend, sie ist auch sauber aufgebaut. Wer aufmerksam liest, findet im Nachhinein die Hinweise, ohne dass sie vorher zu offensichtlich gewesen wären. Das ist die Kunst eines guten Twists.
Anders als bei „Häftling“, wo das Ende für mich zu konstruiert wirkte, fühlt sich die Auflösung hier organisch und psychologisch glaubwürdig an. Genau so muss ein Twist funktionieren.
✅ Was mir gefallen hat
- Faszinierende, unzuverlässige Erzählerin
- Twist sitzt – clever aufgebaut, sauber aufgelöst
- Durchgehend hohes Tempo, kein Mittelteil-Hänger
- Beklemmende Atmosphäre von der ersten Seite
- Englisch zugänglich – perfekt für den Einstieg in englische Thriller
❌ Was mich gestört hat
- Noch keine deutsche Übersetzung verfügbar
- Großer Zeitsprung zwischen Kindheit und Gegenwart
- Bradley-Subplot bringt wenig zur Hauptgeschichte
Mein Fazit
„The Locked Door“ ist mein bisheriges McFadden-Highlight. Düster, atmosphärisch, smart aufgebaut – und mit einem Twist, der nicht aufgesetzt wirkt, sondern logisch in der Geschichte angelegt ist. Wer Psychothriller liebt und sich an englischer Lektüre nicht stört, sollte dieses Buch unbedingt lesen.
Ich kann nur hoffen, dass eine deutsche Ausgabe noch kommt – das Buch hätte sie absolut verdient. Bis dahin: Englisch in die Hand nehmen, es lohnt sich.
Für wen ist das Buch geeignet?
Für Fans von Freida McFadden, Gillian Flynn, Lisa Jewell und Psychothrillern mit unzuverlässigen Erzählerinnen. Auch perfekt für alle, die ihren ersten englischsprachigen Thriller lesen wollen – der Stil ist zugänglich, das Vokabular machbar.
Eher nicht geeignet für:
Leser:innen, die ausschließlich auf Deutsch lesen (eine Übersetzung gibt’s bisher nicht). Auch nichts für dich, wenn du bei Themen wie Serienmord, Gewalt gegen Frauen oder der psychologischen Belastung von Hinterbliebenen empfindlich reagierst.
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