Was passiert, wenn deine größte Jugendliebe gleichzeitig der gefährlichste Mann hinter Gittern ist – und du als Pflegefachkraft täglich vor seiner Zellentür stehst? Genau hier setzt Freida McFadden an. Und sie lässt einen kaum atmen.
📖 Buchdaten
| Titel: | Häftling – Ein absolut süchtig machender Psychothriller voller Twists |
| Autorin: | Freida McFadden |
| Übersetzung: | Sybille Uplegger |
| Originaltitel: | The Inmate (2022) |
| Genre: | Psychothriller |
| Reihe: | Einzelband |
| Verlag: | Bookouture |
| Erschienen: | April 2026 (deutsche Erstausgabe) |
| Einband: | Taschenbuch |
| ISBN: | 978-1-80550-643-9 |
⭐⭐⭐⭐☆
4 von 5 Sternen
Ein absoluter Pageturner mit hohem Suchtfaktor – nur das Ende wirkt zu konstruiert.
Worum geht’s?
Brooke Sullivan kehrt nach elf Jahren in ihre Heimat zurück. Alleinerziehend mit ihrem zehnjährigen Sohn Josh zieht sie ins ehemalige Elternhaus und tritt einen neuen Job als Pflegefachkraft an – ausgerechnet im Hochsicherheitsgefängnis der Stadt.
Das Problem: Hinter den Gitterstäben sitzt Shane Nelson. Einst gefeierter Star-Quarterback, ihre Highschool-Liebe – und seit Brookes Aussage vor Gericht zu lebenslanger Haft wegen mehrfachen Mordes verurteilt. Shane hat nichts vergessen. Und nur er weiß, warum Brooke wirklich hier ist.
Meine Meinung
Schreibstil & Sprache
McFadden schreibt so, wie man es von ihr kennt: kurze Kapitel, klare Sätze, kein Wort zu viel. Diese Lesbarkeit ist ihr Markenzeichen – und genau deshalb funktioniert das Buch so gut. Du planst „nur noch ein Kapitel“ und merkst plötzlich, dass es zwei Uhr nachts ist.
Erzählt wird größtenteils aus Brookes Sicht, mit ständigen Sprüngen zwischen Gegenwart und Rückblenden in die Schulzeit. Sybille Uplegger hat die Übersetzung sauber hinbekommen – nichts klingt holprig, der Sog bleibt erhalten.
„Behandle alle Insassen respektvoll. Gib nie persönliche Informationen preis. Freunde dich NIEMALS mit den Insassen an.“
Figuren
Brooke ist eine sympathische, aber nicht immer logisch handelnde Hauptfigur. Genau das macht sie glaubwürdig: Sie ist verunsichert, sie verdrängt, sie trifft Entscheidungen, bei denen man sie kurz schütteln möchte – aber nie so, dass es nervt. Shane bleibt im Gefängnis bewusst undurchsichtig. Genau dieses Spiel mit „Monster oder unschuldig?“ ist die Stärke der Geschichte.
Sohn Josh ist gut gezeichnet, ohne zur Kulisse zu werden, und auch die Nebenfiguren – Margie, Tim, der Gefängnis-Arbeitsalltag – haben mehr Tiefe als in vielen vergleichbaren Thrillern.
Spannung & Pacing
Hier liefert McFadden absolut. Das Tempo ist von der ersten Seite an hoch, die Cliffhanger sitzen, und die Rückblenden sind so geschickt platziert, dass man immer eine Antwort bekommt – aber gleichzeitig drei neue Fragen mitnimmt.
Was mir besonders gefallen hat: Das Setting Hochsicherheitsgefängnis bringt eine beklemmende Atmosphäre, die McFaddens sonst eher häuslichen Schauplätzen guttut. Krankenstation, Zellengang, Kleinstadt – das passt zusammen und erzeugt von Anfang an dieses Gefühl, dass etwas grundlegend nicht stimmt.
Twists & Auflösung
Und genau hier wird’s für mich zwiespältig. Die Twists in der Mitte des Buches sind clever, manche habe ich kommen sehen, andere haben mich kalt erwischt – also alles im grünen Bereich für einen McFadden-Thriller.
Das Ende ist allerdings der Punkt, an dem das Buch für mich einen Stern verloren hat. Die finale Auflösung wirkt zu konstruiert. Mehrere Zufälle und Verhaltensweisen passen zu glatt zusammen, das Motiv ist nicht sauber aufgebaut, und eine Schlüsselszene fühlt sich an, als hätte McFadden den Effekt gewollt und die Logik nachträglich angepasst. Das ist schade, weil die ersten zwei Drittel wirklich stark sind.
✅ Was mir gefallen hat
- Hoher Suchtfaktor – kaum aus der Hand zu legen
- Beklemmende Gefängnis-Atmosphäre als frischer Schauplatz
- Gut gesetzte Rückblenden und Cliffhanger
- Sympathische, glaubwürdig-fehlbare Hauptfigur
- Saubere deutsche Übersetzung
❌ Was mich gestört hat
- Das Ende wirkt zu konstruiert
- Motiv der finalen Auflösung nicht sauber herausgearbeitet
- Wer mehrere McFadden-Bücher kennt, durchschaut Muster früher
- Brooke handelt stellenweise zu unlogisch
Mein Fazit
„Häftling“ ist ein absoluter Pageturner, der mich sehr gut unterhalten hat. Tempo, Atmosphäre und Twists stimmen – ich habe das Buch in Rekordzeit verschlungen. Schade nur, dass das Ende nicht das Niveau des restlichen Buches halten kann und sich an einer entscheidenden Stelle zu konstruiert anfühlt.
Trotzdem: ein ehrliches „Lesen!“-Empfehlung von mir – gerade für zwischendurch oder einen verregneten Sonntag.
Für wen ist das Buch geeignet?
Für Fans von Freida McFadden, „Wenn sie wüsste“ oder generell für alle, die Psychothriller mit hohem Tempo, kurzen Kapiteln und einem starken Setting mögen. Auch perfekt als Einstieg in McFaddens Werk.
Eher nicht geeignet für:
Leser:innen, die wasserdichte Logik und ein bis ins letzte Detail sauber aufgebautes Motiv brauchen – oder die schon viele McFadden-Thriller gelesen haben und die Muster der Autorin durchschauen.
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Hast du „Häftling“ auch schon gelesen? Wie fandest du das Ende – stimmig oder zu konstruiert? Schreib mir gerne in die Kommentare!






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