Justine Pust: 13 Polaroids of us

Was, wenn der Junge, der dir vor sieben Jahren das Herz gebrochen hat, plötzlich wieder vor dir steht – und ihr eine Fake-Beziehung führen sollt? Justine Pust schreibt mit „13 Polaroids of Us“ eine Geschichte, die so leicht beginnt und so tief geht, dass ich beim Zuklappen geheult habe.

📖 Buchdaten

Titel:13 Polaroids of Us – Based on Tascha’s Story
Autorin:Justine Pust
Genre:True-Fiction-Roman / New Adult Romance
Reihe:Einzelband (heartlines-Imprint)
Verlag:heartlines (Penguin Random House)
Erschienen:11. März 2026
Seitenzahl:416 Seiten
Einband:Paperback (limitierte Erstauflage mit Farbschnitt)
Preis:18,00 €
ISBN:978-3-453-29299-4

⭐⭐⭐⭐⭐

5 von 5 Sternen

Eine Romance, die unter die Haut geht – emotional, ehrlich und mit echtem Herzschlag.

Worum geht’s?

Tara hat ihre große Chance: Sie soll die Hochzeit eines Influencer-Paares fotografieren – ein Auftrag, der ihre Karriere als Fotografin endlich nach vorne bringen könnte. Aber dann steht beim ersten Termin ausgerechnet Finn vor ihr. Finn, der ihr vor sieben Jahren das Herz gebrochen hat. Und um den Job nicht zu verlieren, soll sie mit ihm eine Fake-Beziehung eingehen.

Während sich Tara durch die zwei Wochen voller falscher Lächeln und alter Gefühle kämpft, holt sie ihre Vergangenheit ein: das Mobbing in der Schulzeit, das ständige Gefühl, nicht dazuzugehören, und die Frage, was wirklich zwischen ihr und Finn damals passiert ist. Was als klassische Romcom-Premise beginnt, entwickelt sich zu einer Geschichte über Selbstwert, Heilung und die Kraft, die eigene Geschichte neu zu schreiben.

Das Besondere: Der Roman basiert auf der echten Geschichte von Tascha, einer jungen Frau mit Herzfehler, die ihre Erlebnisse mit Justine Pust im Rahmen des heartlines-Projekts geteilt hat. True Fiction at its best.

Meine Meinung

Schreibstil & Sprache

Justine Pust schreibt mit so viel Empathie, dass es manchmal wehtut. Ihre Sätze sind klar, oft poetisch, und immer auf den Punkt. Besonders die inneren Monologe von Tara sind so dicht und glaubwürdig, dass man bei jedem zweiten Absatz nickt und denkt: Ja, genau so fühlt sich das an.

Der Wechsel zwischen den emotional schweren Rückblicken in die Schulzeit und den leichteren, oft witzigen Romance-Szenen in der Gegenwart ist großartig austariert. Pust schafft, was im Genre selten gelingt: Eine Liebesgeschichte zu erzählen, die nicht oberflächlich bleibt – ohne dabei je belehrend zu werden.

„Ich wünschte, ich wäre nicht real. Nur eine Geschichte. Weil ich lieber nur die fiktive Figur in einem Roman wäre, auf die man alle Vorurteile und all den Hass projizieren kann, ohne einen tatsächlichen Menschen zu verletzen.“
— aus „13 Polaroids of Us“

Figuren

Tara ist eine der echtesten Hauptfiguren, die ich seit langem gelesen habe. Sie ist klug, sensibel, manchmal zu hart zu sich selbst – und ihre Verletzungen aus der Schulzeit sind so glaubwürdig gezeichnet, weil sie eben nicht erfunden sind. Wer Mobbing erlebt hat, wird sich in Taras Selbstgesprächen wiedererkennen. Wer es nicht erlebt hat, bekommt hier eine Tür ins Verstehen.

Finn ist genau die Art Love Interest, die ich liebe: kein perfekter Hero, kein toxischer Bad Boy, sondern ein Mensch, der Fehler gemacht hat und versucht, das Richtige zu tun. Seine langsame Annäherung an Tara, sein Umgang mit dem, was zwischen ihnen lag – das ist alles glaubwürdig, sensibel und zum Verlieben.

Themen & Tiefe

Hier hebt sich „13 Polaroids of Us“ von 90 Prozent der New-Adult-Romances ab. Pust nimmt sich Mobbing, chronische Krankheit (Tascha hat einen Herzfehler), Selbstwert und mentale Gesundheit als Themen vor – und das nicht als Aufhänger, sondern als ehrlich verhandelten Kern der Geschichte.

Was ich besonders stark finde: Es wird nichts romantisiert. Mobbing wird nicht als „die Phase, die einen stark gemacht hat“ verkauft. Krankheit wird nicht zum bloßen Plot-Trick. Und doch ist das Buch nie schwer im Sinne von schwerverdaulich – es trägt seine Themen mit Würde, ohne den Leseflow zu verlieren.

Spannung & Pacing

Trotz 416 Seiten zieht sich nichts. Das Setting der Hochzeitslocation, die zugespitzte Zeitvorgabe der zwei Wochen Fake-Beziehung und die parallel laufenden Rückblicke ergeben eine Erzählstruktur, die einen Sog erzeugt, ohne dass man das Tempo bemerkt. Jedes Kapitel öffnet eine neue Frage oder Erinnerung, jedes Kapitel will man unbedingt zu Ende lesen.

Das Ende ist befriedigend, ohne kitschig zu sein. Es ist genau die Art Auflösung, die man dieser Geschichte und den Figuren wünscht – und gleichzeitig keine, die einfache Wahrheiten verspricht.

Das True-Fiction-Konzept

Was das Buch zusätzlich besonders macht: Es basiert auf der wahren Geschichte einer realen Person – Tascha, die ihre Erlebnisse als „Storygeberin“ mit Justine Pust geteilt hat. Das heartlines-Konzept gibt jungen Menschen Raum, ihre Erfahrungen in fiktive Form zu bringen, ohne sich selbst exponieren zu müssen.

Genau das spürt man auf jeder Seite. Die emotionale Authentizität dieses Romans hat eine Qualität, die rein fiktive Texte selten erreichen. Hier wird nicht nur erzählt – hier wird etwas Erlebtes verarbeitet und geteilt. Das macht „13 Polaroids of Us“ für mich zu einem der wichtigeren Bücher des Jahres.

✅ Was mir gefallen hat

  • Tief berührende, authentische Hauptfigur
  • Ehrliche Behandlung von Mobbing und chronischer Krankheit
  • Emotional ausbalanciert: leicht und schwer zugleich
  • Finn als Love Interest ohne Toxic-Vibes
  • True-Fiction-Konzept funktioniert grandios
  • Wunderschöne Ausstattung mit Farbschnitt
  • Erlös aus heartlines-Lesungen geht oft an gemeinnützige Projekte

❌ Was mich gestört hat

  • Manche Schulszenen sind emotional schwer zu verkraften
  • Wer reine Wohlfühl-Romance erwartet, wird gefordert
  • Das Influencer-Setting wirkt teilweise etwas konstruiert

Mein Fazit

„13 Polaroids of Us“ ist eines der besten Bücher, die ich dieses Jahr gelesen habe. Es schafft den schwierigen Spagat zwischen leichter Romance und ernsten Themen, ohne in eines der beiden Extreme zu kippen. Justine Pust schreibt mit so viel Herz und Verstand, dass man dieses Buch gleich nach dem Zuklappen weiterempfehlen will.

Klare 5 Sterne. Dieses Buch wird vermutlich der heimliche Favorit meines Lesejahres – und Tascha sollte stolz sein auf das, was aus ihrer Geschichte geworden ist.

Für wen ist das Buch geeignet?
Für Fans von New-Adult-Romance mit Tiefgang, von Autorinnen wie Colleen Hoover, Mona Kasten oder Bianca Iosivoni. Auch ein wichtiges Buch für alle, die selbst Mobbing-Erfahrungen gemacht haben oder Menschen verstehen wollen, die mit chronischer Krankheit leben. Trope-Fans der Fake-Beziehung und Second Chance Romance werden geliebt.

Eher nicht geeignet für:
Leser:innen, die Mobbing-Szenen als Trigger erleben könnten – die ersten Rückblicke gehen wirklich tief. Auch nichts für dich, wenn du klassische Spice-lastige Romance mit hohem Tempo suchst – dieses Buch nimmt sich Zeit für seine Themen.

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Hast du schon mal ein True-Fiction-Buch gelesen, bei dem die echte Geschichte im Hintergrund alles verändert hat? Welches Buch hat dich emotional besonders getroffen? Schreib mir gerne in die Kommentare!


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