Scott Allen: Do the hard things first

„Erst das Schwere, dann das Leichte.“ Klingt unbequem – ist es auch. Und genau deshalb wirkt dieses Buch.

📖 Buchdaten

Titel:Do The Hard Things First – Endlich anfangen und dranbleiben
Autor:Scott Allan (Bowes)
Genre:Sachbuch / Selbstmanagement / Persönlichkeitsentwicklung
Reihe:Einzelband (Original ist Teil der „Do the Hard Things First“-Serie)
Verlag:Goldmann
Erschienen:Juni 2023 (deutsche Erstausgabe)
Seitenzahl:240 Seiten
Einband:Taschenbuch (Klappenbroschur)
Preis:16,00 €
ISBN:978-3-442-17975-6

⭐⭐⭐⭐☆

4 von 5 Sternen

Ein direkter, alltagstauglicher Anti-Prokrastinations-Ratgeber – mit ein paar Längen, aber starkem Praxisnutzen.

Worum geht’s?

Scott Allan stellt eine simple, aber unbequeme These auf: Wer morgens zuerst die schwerste Aufgabe erledigt, gewinnt den Tag – und auf Dauer das Leben.

In 22 Strategien zeigt er, wie sich Prokrastination als antrainiertes Verhalten Schritt für Schritt umlernen lässt. Es geht um Selbstdisziplin, Fokus, den Umgang mit innerem Widerstand und um das Setzen klarer Prioritäten – ohne esoterischen Überbau, dafür mit konkreten Übungen am Ende jedes Kapitels.

Meine Meinung

Schreibstil & Sprache

Allan schreibt direkt, klar und ohne unnötigen Schnörkel. Er schwurbelt nicht, predigt nicht und tut auch nicht so, als hätte er den heiligen Gral gefunden.

Stattdessen erzählt er offen von seinen eigenen Phasen massiver Prokrastination – inklusive finanzieller Folgen – und das macht ihn glaubwürdig. Die deutsche Übersetzung von Bettina Spangler liest sich angenehm flüssig, der amerikanische Coaching-Ton schimmert aber stellenweise durch.

„Heute, nicht morgen. Tu es jetzt, nicht später.“
— sinngemäß aus „Do The Hard Things First“

Aufbau & Struktur

Das Buch ist in 22 kurze, gut konsumierbare Kapitel unterteilt – jedes mit konkreter Strategie und Implementation Task am Ende. Genau das ist die größte Stärke: Du liest nicht nur, du machst.

Wer die Aufgaben tatsächlich umsetzt, merkt schon nach wenigen Tagen einen Unterschied. Wer nur drüberliest, nimmt deutlich weniger mit – das Buch funktioniert als Workbook, nicht als Lesegenuss.

Inhaltliche Tiefe

Allan kombiniert bekannte Konzepte (Eat the Frog, Premack-Prinzip, Temptation Bundling, Time Blocking) mit eigenen Frameworks. Bahnbrechend Neues findest du hier nicht – wer bereits James Clear, Brian Tracy oder Cal Newport gelesen hat, kennt vieles in anderer Verpackung.

Stark ist das Buch dort, wo es ehrlich über Selbstsabotage spricht: das Kapitel zu den „Kosten der Prokrastination“ trifft einen erwischenden Nerv.

Praxistauglichkeit

Hier punktet das Buch klar. Die Strategien sind direkt anwendbar, kosten nichts und brauchen kein Tool. Wer morgens zwei wichtige Aufgaben definiert und diese vor dem ersten Handygriff erledigt, hat den Kerngedanken bereits umgesetzt. Praktischer geht’s kaum.

✅ Was mir gefallen hat

  • Direkter, ehrlicher Ton ohne Selbsthilfe-Pathos
  • Konkrete Übungen am Ende jedes Kapitels
  • Klare Struktur, perfekt zum kapitelweisen Durcharbeiten
  • Autor wirkt durch eigene Geschichte authentisch

❌ Was mich gestört hat

  • Viele Wiederholungen – das Buch hätte 60 Seiten kürzer ebenso funktioniert
  • Inhaltlich wenig Neues für Vielleser im Genre
  • Stellenweise spürbarer „Coach-Verkaufston“
  • Englische Begriffe und Frameworks wirken im Deutschen manchmal aufgesetzt

Mein Fazit

„Do The Hard Things First“ ist kein revolutionäres Buch – aber ein ehrliches, brauchbares Arbeitsbuch gegen Aufschieberitis. Wer wirklich umsetzt, was Allan beschreibt, holt deutlich mehr raus als bei den meisten Ratgebern dieser Kategorie.

Wer es nur schnell durchliest, wird enttäuscht sein. Mein Tipp: ein Kapitel pro Tag, Aufgabe sofort umsetzen, dann fliegt das Buch.

Für wen ist das Buch geeignet?
Für Selbstständige, Studierende und alle, die sich beim Aufschieben selbst auf die Nerven gehen. Besonders, wenn du noch nicht viel im Bereich Produktivität gelesen hast. Auch eine gute Ergänzung zu „Atomic Habits“ von James Clear.

Eher nicht geeignet für:
Vielleser im Produktivitäts-Genre, die schon „Eat That Frog“, „Deep Work“ und Co. kennen – hier wird vieles bekannt vorkommen. Auch nichts für dich, wenn du Selbsthilfebücher mit konsequent praktischem Coach-Sound nicht magst.

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Bist du eher Team „erst das Schwere“ oder Team „warm-up mit den leichten Aufgaben“? Schreib mir gerne in die Kommentare, wie du deinen Tag startest!


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