⚠️ Inhaltswarnung: „REM“ ist ein Horror-Thriller und beginnt bereits selbst mit einer Triggerwarnung – aus gutem Grund. Das Buch enthält drastische Gewaltdarstellungen, einen bestialischen Mord, Themen rund um den Tod von Eltern, Kindheitstrauma und intensive Horror-Elemente. Bitte lies nur weiter und greife nur zum Buch, wenn du dich solchen Inhalten gewachsen fühlst.
Schlafen. Träumen. Sterben. Was, wenn dein nächster Schlaf dein letzter wäre? „REM“ ist das ungewöhnliche Gemeinschaftswerk von Thriller-König Sebastian Fitzek und „German Screamqueen“ Annika Strauss – ihr erster gemeinsamer Horror-Thriller. Die Idee ist genial, die Atmosphäre stark – aber für mich war es am Ende mehr Horror als Thriller, und das hat nicht ganz funktioniert. Eine ehrliche 3-Sterne-Rezension.
📖 Buchdaten
| Titel: | REM |
| Autor:innen: | Annika Strauss & Sebastian Fitzek |
| Illustrationen: | Jörn Stollmann |
| Genre: | Horror-Thriller / Psychothriller / Horror / übernatürliche Spannung |
| Reihe: | Einzelband (erstes gemeinsames Werk des Duos) |
| Verlag: | Droemer Knaur (Droemer Taschenbuch) |
| Erschienen: | März 2026 |
| Seitenzahl: | 320 Seiten |
| Einband: | Taschenbuch mit Klappen (auch als E-Book und Hörbuch) |
| Preis: | 13,99 € (Taschenbuch), 9,99 € (E-Book) |
| ISBN: | 978-3-426-57076-0 |
| Besonderheit: | Erster gemeinsamer Horror-Thriller von Fitzek und Strauss, mit Illustrationen |
⭐⭐⭐☆☆
3 von 5 Sternen
Geniale Grundidee, starke Atmosphäre – aber deutlich mehr Horror als Thriller. Wer klassischen Fitzek erwartet, sollte das wissen.
Worum geht’s?
„Du darfst nicht einschlafen!“ Alysee ist vier Jahre alt, als ihr Vater sie panisch anfleht, um Himmels willen wach zu bleiben. Doch dem Mädchen fallen die Augen zu. Als sie wieder aufwacht, ist ihr Vater tot – bestialisch ermordet. Das ist Alysees letzte und einzige Erinnerung an ihn. Ihre Mutter, die ebenfalls vor Jahren starb, hat sie nie kennengelernt. Als Vollwaise wächst Alysee mit ihrem besten Freund Nico bei einer Pflegefamilie auf. Die Angst vor dem Einschlafen verlässt sie nie.
Jahre später erfährt Alysee, dass ihr Vater ihr etwas vererbt hat, das das Geheimnis seines Todes lüften könnte. Sie tritt das Erbe an – und lernt schnell, dass das grauenhafte Sterben erst seinen Anfang genommen hat. Im Zentrum steht eine erschreckende Frage: Was, wenn deine Träume nach dem Aufwachen nicht verschwinden, sondern aufgezeichnet werden? Was, wenn dein nächster Schlaf dein letzter sein könnte? Vor der Kulisse eines unheimlichen alten Hotels entfaltet sich ein Albtraum zwischen Schlaf, Erinnerung und Realität.
Meine Meinung
Das Autor:innen-Duo
Zunächst zur Konstellation, denn die ist ungewöhnlich: „REM“ ist ein Gemeinschaftswerk von Sebastian Fitzek und Annika Strauss. Die Idee zu einer Horrorgeschichte begleitete Fitzek schon viele Jahre, aber er wollte sie nicht alleine umsetzen. Annika Strauss, Schauspielerin mit Schwerpunkt im Horror-Genre und deshalb „German Screamqueen“ genannt, war die ideale Partnerin. Sie ist hier die treibende Kraft, Fitzek bringt sein Gespür für Spannung und Bestseller-Dramaturgie ein.
Diese Konstellation ist gleichzeitig die größte Stärke und die größte Schwäche des Buches. Strauss bringt echtes Horror-Know-how mit, Fitzek den Thriller-Sog. Aber die beiden Handschriften verschmelzen nicht immer harmonisch. An manchen Stellen merkt man, dass hier zwei sehr unterschiedliche Erzähl-DNAs aufeinandertreffen.
Die Grundidee
Die Prämisse ist wirklich genial. Schlaf als tödliche Gefahr, Träume, die aufgezeichnet werden, die REM-Phase als Schauplatz des Grauens – das ist ein Konzept, das mich sofort gepackt hat. Der Gedanke, dass etwas so Alltägliches und Unausweichliches wie Schlaf zur Bedrohung wird, erzeugt eine subtile Urangst. Hier zeigt sich das Potenzial, das in der Zusammenarbeit steckt.
Auch der Einstieg ist stark: Die Szene mit der vierjährigen Alysee und ihrem sterbenden Vater geht sofort unter die Haut. Man ist gefesselt, will wissen, was dahintersteckt. Diese ersten Kapitel haben mich voll erwischt – genau hier funktioniert die Mischung aus emotionalem Horror und Spannung am besten.
Mehr Horror als Thriller
Und hier liegt mein Hauptpunkt. „REM“ ist deutlich mehr Horror als Thriller – und das hat für mich nicht ganz funktioniert. Der Verlag warnt zwar: „Dies ist kein Fitzek-Thriller, wie du ihn erwartest.“ Aber als jemand, der Fitzek für seine psychologische Raffinesse und seine cleveren Twists liebt, habe ich genau diese Stärken hier vermisst.
Statt des typischen psychologischen Katz-und-Maus-Spiels setzt „REM“ stark auf Horror-Elemente: drastische Gewaltdarstellungen, übernatürliche Bedrohung, Schock-Momente, Gänsehaut-Atmosphäre. Wer Horror liebt, wird das feiern. Mir persönlich war es zu viel Splatter und zu wenig Psychospiel. Die clevere Konstruktion, die ich an Fitzek so schätze, tritt hinter die reine Schock-Wirkung zurück.
Atmosphäre & Setting
Was unbestreitbar gut funktioniert: die Atmosphäre. Das unheimliche alte Hotel als Schauplatz ist klassisch, aber wirkungsvoll. Strauss und Fitzek bauen eine beklemmende, finstere Stimmung auf, die einen nicht mehr loslässt. Die Illustrationen von Jörn Stollmann verstärken diesen düsteren Eindruck zusätzlich – ein schöner Mehrwert, der das Buch von durchschnittlicher Thriller-Ware abhebt.
Das Spiel zwischen Schlaf, Erinnerung und Realität ist atmosphärisch stark umgesetzt. Man weiß nie genau, was Traum und was Wirklichkeit ist – diese Verunsicherung ist das Beste am Buch. Hier blitzt das Potenzial der Grundidee immer wieder auf, auch wenn es nicht durchgehend gehalten wird.
Wo es für mich hakt
Mein Hauptkritikpunkt neben der Genre-Verschiebung: Die Handlung verliert im Mittelteil an Fokus. Die geniale Grundidee wird nicht so konsequent ausgespielt, wie sie es verdient hätte. Stattdessen häufen sich Horror-Szenen, die zwar effektvoll sind, aber die eigentliche Geschichte nicht immer voranbringen. Ich hätte mir mehr von der psychologischen Tiefe gewünscht, die das Konzept hergegeben hätte.
Auch die Auflösung konnte mich nicht restlos überzeugen. Sie ist solide, aber nicht der geniale Fitzek-Twist, auf den ich gehofft hatte. Bei einem klassischen Fitzek bleibt man am Ende fassungslos zurück – hier blieb ich eher mit einem „ganz okay“-Gefühl zurück. Das ist kein schlechtes Buch, aber es bleibt hinter dem, was möglich gewesen wäre.
Für wen funktioniert es trotzdem?
Ich will fair sein: Viele Leser:innen werden „REM“ lieben – nämlich genau jene, die Horror mögen. Wer auf Gänsehaut-Atmosphäre, echte Schock-Momente und übernatürliches Grauen steht, bekommt hier viel geboten. Das Buch erfüllt seinen Zweck als Horror-Thriller absolut. Es ist nur eben kein klassischer Psychothriller – und das sollte man wissen, bevor man es kauft.
Mein 3-Sterne-Urteil ist also ein sehr persönliches: Das Buch hat klare Stärken, trifft aber nicht meinen Geschmack, weil ich von Fitzek anderes gewohnt bin. Wer mit der richtigen Erwartung herangeht – nämlich „Horror mit Thriller-Einschlag“ statt „Fitzek-Psychothriller mit Horror-Anstrich“ –, wird vermutlich glücklicher als ich.
✅ Was mir gefallen hat
- Geniale Grundidee (Schlaf als tödliche Gefahr)
- Starker, emotionaler Einstieg
- Beklemmende Hotel-Atmosphäre
- Stimmungsvolle Illustrationen von Jörn Stollmann
- Echte Gänsehaut-Momente für Horror-Fans
- Ungewöhnliches, mutiges Genre-Experiment
❌ Was mich gestört hat
- Deutlich mehr Horror als Thriller
- Weniger psychologische Raffinesse als bei klassischem Fitzek
- Mittelteil verliert den Fokus
- Auflösung ohne den großen Fitzek-Twist
- Zwei Handschriften verschmelzen nicht immer harmonisch
- Grundidee nicht voll ausgeschöpft
Mein Fazit
„REM“ ist ein mutiges Genre-Experiment mit einer wirklich genialen Grundidee – aber für mich am Ende mehr Horror als Thriller, und das hat nicht ganz funktioniert. Annika Strauss und Sebastian Fitzek liefern starke Atmosphäre und echte Schock-Momente, lassen aber die psychologische Tiefe und den cleveren Twist vermissen, die ich an Fitzek so schätze.
Ehrliche 3 Sterne – ein sehr persönliches Urteil. Wer Horror liebt, kann hier locker einen Stern draufrechnen. Wer klassischen Fitzek-Psychothrill erwartet, sollte sich vorher klarmachen: Das ist etwas anderes. Der Verlag sagt es selbst: „Dies ist kein Fitzek-Thriller, wie du ihn erwartest.“ Genau das sollte man ernst nehmen, bevor man zugreift.
Für wen ist das Buch geeignet?
Für Horror-Fans, die Gänsehaut-Atmosphäre, übernatürliches Grauen und echte Schock-Momente lieben. Für alle, die Annika Strauss als „German Screamqueen“ mögen und neugierig auf ihr literarisches Debüt mit Fitzek sind. Auch für mutige Leser:innen, die mal einen Genre-Mix aus Psychothriller und Horror ausprobieren wollen.
Eher nicht geeignet für:
Leser:innen, die den klassischen psychologischen Fitzek-Thriller mit cleverem Twist erwarten. Auch nichts für dich, wenn du bei drastischen Gewaltdarstellungen, Horror-Elementen oder Themen rund um Kindheitstrauma und elterlichen Tod empfindlich reagierst. Wer „Die Therapie“ oder „Der Seelenbrecher“ liebte, sollte wissen: „REM“ schlägt eine deutlich andere Richtung ein.
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