L. M. Dalgleish: Cold King

One-Night-Stand mit dem Fremden in der Bar. Am nächsten Morgen sitzt er am Kopf des Konferenztisches – als der Milliardär, dessen neue Hotelkette deine Architekturfirma designen soll. Klingt nach perfektem Romance-Stoff, oder? Ich hab’s gelesen – und stehe mit gemischten Gefühlen da.

📖 Buchdaten

Titel:Cold King
Autorin:L. M. Dalgleish
Originaltitel:Coldhearted King
Genre:New Adult / Office Romance / Billionaire Romance
Reihe:Empty Kingdom, Band 1 (von 3)
Originalveröffentlichung:2023 (Lyx)
Format:E-Book / Taschenbuch

⭐⭐⭐☆☆

3 von 5 Sternen

Ein solider Reihenauftakt mit hohem Suchtfaktor – aber wenig wirklich Neuem im Genre.

Worum geht’s?

Delilah ist eine talentierte junge Architektin, die alles in ihre Karriere und ihre langjährige Beziehung gesteckt hat. Als ihr Freund Paul sie ohne Vorwarnung verlässt, beschließt sie an einem Abend in einer Bar, das Beste daraus zu machen – und verbringt eine intensive Nacht mit dem charismatischen Cole. Beide gehen davon aus, sich nie wiederzusehen.

Bis Delilah am nächsten Tag genau diesem Cole im Konferenzraum gegenübersteht – als Cole King, milliardenschwerer CEO und neuer Auftraggeber ihrer Architekturfirma. Was als One-Night-Stand begann, droht jetzt nicht nur ihre Karriere, sondern auch ihr Herz zu sprengen. Klassisches Forced-Proximity-Office-Romance-Setup mit Billionaire-Trope und einer großen Portion emotionaler Distanz auf Coles Seite.

Meine Meinung

Schreibstil & Sprache

L. M. Dalgleish schreibt locker, modern und gut konsumierbar. Die Sätze sind klar, die Kapitel kurz, und der Wechsel zwischen Delilahs und Coles Perspektive sorgt für ordentlichen Lesefluss. Genau dafür ist dieses Genre gemacht – und genau das liefert Dalgleish ab.

Sprachlich passiert allerdings nichts wirklich Erinnerungswürdiges. Es gibt keinen Satz, den ich mir markieren wollte, kein Bild, das mir nach dem Zuklappen geblieben wäre. Das ist solide BookTok-Romance, kein literarischer Anspruch – wer das weiß, wird abgeholt.

Figuren

Delilah ist sympathisch, fleißig, ehrgeizig – und genau das ist gleichzeitig ihre Schwäche. Sie ist mir an einigen Stellen zu perfekt: zu talentiert, zu diszipliniert, zu „strong female lead by the book“. Echte Ecken und Kanten, echte Widersprüche fehlen mir. Sie funktioniert als Figur, aber sie überrascht mich nie.

Cole ist die klassische „Cold-Hearted-CEO“-Figur, die wir in dieser Form schon hundertmal gelesen haben. Reich, mächtig, emotional verschlossen, mit traumatischer Vergangenheit. Dalgleish gibt ihm einige nette Momente, in denen er aufweicht, aber wirklich neu fühlt er sich nicht an. Wer auf das Trope steht, wird zufrieden sein – wer Tiefe sucht, weniger.

Die Nebenfiguren – Delilahs Mitbewohnerin Alex, Coles Bruder Tate, Delilahs Mutter – sind erfreulich gut gezeichnet. Vor allem Tate, dessen Geschichte in Band 2 erzählt wird, hat mich neugierig gemacht. Hier zeigt sich, dass Dalgleish durchaus Potenzial hat, Figuren mit Substanz zu schreiben.

Spannung & Pacing

Das Tempo ist hoch, das Buch liest sich schnell weg. Die Wiedersehens-Szene am Konferenztisch ist gut inszeniert, die Spannung in den ersten Kapiteln funktioniert, und die Spice-Szenen sind passend dosiert für das Genre.

Im Mittelteil zieht sich das Buch allerdings spürbar. Es passieren wenige neue Dinge, viel wird wiederholt, und der Konflikt zwischen Cole und Delilah dreht sich immer wieder im Kreis: Er macht zu, sie zieht sich zurück, sie kommen sich näher, er macht wieder zu. Wer Beziehungs-Dramatik dieser Art liebt, wird das genießen – mich hat es etwas ermüdet.

Tropes & Erwartungen

Was das Buch gut bedient: alle Trope-Erwartungen. One-Night-Stand becomes Boss, Forced Proximity, Workplace Romance, Cold CEO mit weichem Kern, Slow-Burn-Annäherung mit eingebauten Spice-Szenen. Wer genau das sucht, wird satt.

Was das Buch nicht liefert: irgendetwas, das sich frisch oder originell anfühlt. Die ganze Premise ist über die letzten Jahre schon dutzendfach in vergleichbarer Form geschrieben worden, und Dalgleish setzt nichts wirklich Neues drauf. Das macht „Cold King“ zu solider Genre-Ware – nicht mehr, nicht weniger.

Ausstattung & Cover

Das Cover muss man hervorheben: edel gestaltet, mit dezenten goldenen Akzenten und einem dunklen Look, der gut ins Regal passt. Wer auf eine ästhetisch starke BookTok-Reihe-Optik steht, bekommt hier auf jeden Fall was geboten. Optisch klar überdurchschnittlich für das Genre.

✅ Was mir gefallen hat

  • Schnell konsumierbarer, lockerer Schreibstil
  • Hoher Suchtfaktor in den ersten Kapiteln
  • Gute Spice-Dosierung fürs Genre
  • Sympathische Nebenfiguren mit Potenzial
  • Edle Cover-Gestaltung
  • Macht Lust auf Tates Geschichte in Band 2

❌ Was mich gestört hat

  • Konflikt dreht sich im Mittelteil im Kreis
  • Cole als „Cold CEO“ ist zu klischeehaft
  • Delilah wirkt zu glatt und perfekt
  • Inhaltlich nichts wirklich Neues im Genre
  • Sprachlich nichts, das in Erinnerung bleibt

Mein Fazit

„Cold King“ ist solide Genre-Kost: schnell zu lesen, gut zu konsumieren, mit allen Tropes, die man von einer Office Billionaire Romance erwartet. Wer das Genre liebt und sich nicht an Klischees stört, wird das Buch als Wohlfühl-Lektüre genießen können.

Wer aber Originalität, vielschichtige Figuren oder einen Schreibstil mit Wiedererkennungswert sucht, sollte zu anderen Titeln greifen. Für mich klare 3 Sterne – nicht schlecht, aber auch nicht herausragend. Ich werde Band 2 trotzdem mitnehmen, weil mich Tate als Figur neugierig gemacht hat. Das ist immerhin ein gutes Zeichen.

Für wen ist das Buch geeignet?
Für Fans von Lauren Asher (Dirty Air), Ana Huang oder R.S. Grey. Für alle, die auf klassische Office/Billionaire-Tropes mit Cold-Hearted CEO, Forced Proximity und Spice stehen. Auch perfekt als Urlaubslektüre oder Lesepause zwischen anspruchsvolleren Titeln.

Eher nicht geeignet für:
Leser:innen, die keine Klischees mögen oder die schon viele Office-Romances gelesen haben. Auch nichts für dich, wenn du dir vielschichtige Hauptfiguren oder einen literarisch besonderen Schreibstil wünschst – das Buch ist klar Genre-Unterhaltung.

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Bist du Team „Cold-Hearted-CEO“ oder ist dir das Trope mittlerweile zu durchgekaut? Welche Office Romance hat dich zuletzt wirklich überrascht? Schreib mir gerne in die Kommentare!


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